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Festbett mit Schlackeabstich (BGL)

Das Prinzip des Festbettvergasers mit Schlackeabstich nach den British Gas/Lurgi-Verfahren (BGL) wird vorwiegend für die Erzeugung von hochwertigem begleitstofffreiem Synthesegas eingesetzt, das zu unterschiedlichen Produkten weiterverarbeitet werden kann.

Der Gaserzeuger arbeitet unter einem Druck von 30 – 40 bar. Als Vergasungsmedium werden technischer Sauerstoff und Dampf eingesetzt. Das erzeugte Synthesegas enthält neben Kohlenmonoxid und Wasserstoff Methan in einer Größenordnung von 6 - 10 %. Die Asche fällt beim BGL-Verfahren als nicht-auslaugbare Schlacke an und steht damit für eine weitere Nutzung zur Verfügung (Straßenbau).

Die Kapazität eines Standardmoduls (3,6 m Innendurchmesser) entspricht etwa 50 t Kohle/h.

Daraus werden ca. 70.000 Nm³/h Rohgas erzeugt; dies entspricht einer möglichen elektrischen Leistung von 140 - 150 MWel.

Die erste kommerzielle Anlage ging im Jahr 2000 in Ostdeutschland im Industriepark Schwarze Pumpe in Betrieb. Einsatzstoff war ein Gemisch unterschiedlicher Sekundärbrennstoffe und Kohle.

Aktuell sind in mehreren Projekten in China und Indien 14 BGL Gaserzeuger beauftragt, von denen drei bereits in Betrieb sind. Die restlichen befinden sich in unterschiedlich fortgeschrittener Projektabwicklung. Beispielhaft ist die Anlage in Hulunbeier/Innere Mongolei unter den Referenzen näher beschrieben.

Die vorgesehenen Einsatzstoffe reichen von getrockneter brikettierter Braunkohle bis zu schwach backender Steinkohle. Damit werden Grundstoffe für die Düngemittel-Industrie erzeugt bzw. das Gas als Erdgasersatz genutzt.